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Spezialfall: Zahnersatz und Behandlungen im Ausland

Arzthaftung bei Zahnersatz und Behandlungen im Ausland
Wege zu Ihrem Recht bei ärztlichen Behandlungsfehlern im Ausland und bei fehlerhaftem Zahnersatz

Der Spartrend hat sich inzwischen bis in die Versorgung mit Zahnersatz durchgesetzt. Eine kontinuierlich wachsende Anzahl von Patientinnen und Patienten holen sich Angebote aus dem Ausland ein, um sich ihre Zähne dort günstiger machen zu lassen. Sie sind der festen Überzeugung, dass sie im Ausland adäquaten Zahnersatz für erheblich weniger Geld bekommen. Zahnbehandlungen im europäischen oder nicht europäischen Ausland durchführen zu lassen, ist für viele verlockend. Die Kosten sind im Vergleich zu Deutschland erheblich niedriger und es lässt sich viel Geld sparen.

Außerdem kann man den Aufenthalt leicht mit einigen Tagen Urlaub verbinden. Beliebt ist beispielsweise der Einsatz von Zahnprothesen und Brücken in Thailand oder einem anderen asiatischen Staat mit anschließendem Erholungsurlaub am Meer. Für die Keramik-Prothese können schnell fünfstellige Beträge zu Buche schlagen, die die Krankenkasse in Deutschland nicht übernehmen würde. Das liegt daran, dass die Keramikprothese entweder als Luxus-Versorgung eingestuft oder als medizinisch nicht notwendig erachtet werden. Auch Implantate aus dem Ausland lassen sich nicht generell über die deutsche Krankenkasse abrechnen.

Sehr zu empfehlen ist, im Vorfeld zu einer Behandlung im Ausland eine Absprache mit der Krankenkasse zu treffen. So gibt es hinterher kein böses Erwachen bei der Kostenerstattung. Für eine Reihe von Behandlungen gibt es bei den deutschen Krankenkassen bestimmte Antragswege und Begutachtungsverfahren, die im Vorfeld beschritten werden müssen. Dazu gehören beispielsweise der Heil- und Kostenplan bei Zahnersatz. In manchen Antragsverfahren ist es auch notwendig, den Medizinischen Dienst der Krankenkassen einzuschalten. Einige ausländische Behandlungen in Sachen Zahnersatz übernehmen die Krankenkassen.

Beliebte Länder zur Hersteller von kostengünstigem Zahnersatz sind zum Beispiel Polen oder Ungarn. Das Verfahren läuft so ab, dass der Patient die Rechnungen vor Ort aus eigener Tasche bezahlt. Die Belege werden bei der Krankenkasse eingereicht, die dann die Kosten zum Teil erstattet. Die erstattungsfähigen Beträge ergeben sich aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung.

Reguläre Behandlung im Ausland

Viele Krankenkassen unterhalten einen Versicherungsbaustein, der sich auf Urlaubsreisen bezieht oder auf Personen, die ein Auslandssemester einlegen bzw. beruflich viel im Ausland unterwegs sind. Üblich ist, dass Versicherte einer deutschen Krankenkasse in Staaten des europäischen Wirtschaftsraums sowie der Schweiz Anspruch auf alle erforderlichen medizinischen Leistungen haben. Voraussetzung ist, dass die Behandlung keinen Aufschub duldet. Diese Bedingung greift auch dann, wenn eine bestehende Krankheit weiter behandelt werden muss oder wenn chronisch Kranke auf regelmäßige medizinische Betreuung angewiesen sind. Gerät ein Patient jedoch in eine Notbehandlung, so ist selbstverständlich keine Genehmigung für eine Behandlung im Ausland einzuholen.

Prinzipiell dürfen Patienten ihren Arzt auch im europäischen Ausland frei wählen. Der Arzt muss jedoch berechtigt sein, Patienten aus dem Ausland zu behandeln. Fehlt dem Arzt die Qualifikation, erstattet die deutsche Krankenkasse keinen Cent. Die Kosten sind immer vom Patienten vorzustrecken und die dazugehörige Rechnung nachher bei der Krankenkasse einzureichen. Die Krankenkasse zieht Eigenanteile und gesetzliche Zuzahlungen sowie eine Verwaltungspauschale von maximal 10 % ab und erstattet den Restbetrag.


Mehrere Termine bei Zahnersatz im Ausland

Wer eine Zahnersatzbehandlung im europäischen Ausland oder in der Schweiz durchführen lassen möchte, sollte daran denken, dass Zahnersatz häufig aus mehreren Behandlungsterminen besteht. Grund hierfür ist, dass der Zahnersatz angepasst werden muss. Prothesen sitzen oft beim ersten Mal nicht richtig, es treten Druckstellen auf und es muss nachgebessert werden. Außerdem sollten Patienten die Garantie- und Gewährleistungsansprüche (in Deutschland zwei Jahre) des gewählten ausländischen Arztes überprüfen. Diese können nämlich entfallen. Die Übernahme von Gewährleistungsarbeiten in Deutschland ist somit nicht möglich und der Patient muss die Folgekosten selber tragen.

Behandlungsrisiko im Ausland genauso hoch wie in Deutschland

Das Behandlungsrisiko ist im Ausland im Prinzip genauso groß wie in Deutschland. Es können einfache Komplikationen aber auch vermeidbare Behandlungsfehler auftreten. Wenn Probleme auftreten, so ist es am Patienten, die Beweise zu sammeln und den Anspruch durchzusetzen. Deshalb muss der Patient wissen, dass er im Ausland klagen muss. Das Kostenrisiko allerdings für eine Rechtsverfolgung im Ausland übernimmt in aller Regel keine Rechtsschutzversicherung. Für die Kosten muss der Patient selber aufkommen. Vor diesem Hintergrund ist es sicherlich zu überlegen, ob die Inanspruchnahme von ausländischen Zahnersatz auf lange Sicht betrachtet im Einzelfall die geeignete Lösung ist.

 

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Die vorliegenden Empfehlungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Wir übernehmen keine Verantwortung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der angebotenen Informationen, inbesondere auch nicht für die positiven oder negativen Konsequenzen der Befolgung oder Nichtbefolgung unserer Informationen. Betroffene sollten immer den Gang zum Rechtsanwalt wählen, um sich eine individuellen Einschätzung der eigenen Lage zu machen und über die aktuelle Rechtslage.