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Mögliche Behandlungsfehler von Ärzten

Arten von Behandlungsfehlern von Ärzten
Das Spektrum möglicher Behandlungsfehler ist groß, entsprechend viel ist für den Arzt aber auch für den Patienten zu berücksichtigen, um Fehler zu vermeiden

Grundsätzlich schuldet der Arzt dem Patienten keinen Behandlungserfolg sondern eine "standardgemäße" Behandlung und eine "ordungsgemäßge" Aufklärung. Die Möglichkeit für Behandlungsfehler können während des ganzen Kontaktes zum Patient entstehen, also von Diagnose, unverständlicher oder unvollständiger Aufklärung, fehlerhafter Vorbehandlung, Therapie und auch Nachbehandlung und die Fehler selbst können auch von allen behandelnden Personen wie Krankenschwestern oder Assistenzärzten ausgehen.

Fehlerhafte Behandlung kann aktiv durch sachwidrig Handlung oder passiv, durch Unterlassung einer gebotenen Maßnahme stattfinden. In den nachfolgenden Paragrafen klären wir die unterschiedlichen Arten der möglichen Behandlungsfehler, die auf dem Weg der Behandlung passieren können.

Fehler bei der Diagnose

Diagnosefehler sind relativ häufig, und das hat mehrere Gründe. Zum einen sind Beschwerden völlig individuell nach Alter, Geschlecht, Gewicht oder auch Vorerkrankung, zum anderen ist von Beschwerden nicht immer eindeutig auf entsprechende Ursache zu schließen, da der Körper nunmal komplex funktioniert und ggf. sogar mehrere Ursachen zu komplexen Beschwerdearten führen kann. Ebenso sind Ärzte unterschiedlich qualifiziert und können vor allem aus unterschiedlichen Erfahrungsschätzen Beschwerden einordnen.

Entscheidend ist, ob die "objektiv falsche Interpretation auf Befunde" vom Arzt vertretbar war, dann findet nach BGH Urteil vom 8.7.2003, 5 U 1494/05 trotz falscher Interpretation keine Haftung für den Behandlungsfehler vor. Haften tut der Arzt vor allem für "fundamentale" Diagnosefehler, der von sorgfältigen Ärzten nicht gestellt worden wäre durch Auswertung aller Befunde.

Unterlassene Befunderhebung

Die Gesetzgebung ist recht eindeutig, was Behandlungsfehler angeht aufgrund unzureichender Untersuchungen. Wenn Ärzte nicht alle notwendigen Untersuchungen durchführen lassen und deshalb zu falschen Schlüssen kommen, liegt ein klarer Fall von Arzthaftung für den dann folgenden Behandlungsfehler vor. Es gehört zur Sorgfaltspflicht eines Arztes, mit dem Patienten auf dem Weg zur Diagnose ausführlich zu sprechen und ihn gründlich zu untersuchen, um die passende Behandlung vorzuschlagen.

Dokumentationspflicht und Befund-Aufbewahrung

Des Weiteren ist der Arzt gemäß §630 BGB zur Dokumentation und Aufbewahrung von Befunden verpflichtet. Durch Ausbleiben der Dokumentation oder Sicherung von Befunden, ist der Ursachenzusammenhang zwischen Behandlungsfehler und Schaden nicht zu ermitteln, sodass der Arzt auch für diese Verstöße haftet.

Hier herrscht eine Beweislast-Umkehr für den Arzt, er muss im Zweifel beweisen, dass keine Dokumentationspflicht verletzt wurde und alle Befunde verwahrt wurden.

Therapiefehler

Therapiefehler entstehen dann, wenn die Diagnose zwar korrekt ist, die Behandlung aber nicht. Grundsätzlich steht dem Arzt die Wahl der Therapie nur dann frei, wenn es mehrere gleichwertige (gleiche Risiken und Erfolgsaussichten) Therapien zur Behandlung zur Verfügung stehen. Sind die möglichen Therapien nicht gleichwertig, muss der Arzt den Patienten über die Vor- und Nachteile, Risiken und Erfolgsaussichten von Behandlungsalternativen aufklären. Grundsätzlich aber steht dem Arzt grundrechtlich und durch die Berufsordnung der Ärzte geschützte Therapiefreiheit zur Seite.

Aufklärungsfehler vor und nach Behandlung

Die ausreichende und ordnungsgemäße Aufklärung stellt eine Hauptpflicht des Behandlungsvertrags zwischen Arzt und Patienten dar. Der Patient muss sein Selbstbestimmungsrecht wahrnehmen können, welches Vorrang vor der ärztlichen Entscheidung hat, sei die Meinung des Patienten auch noch so irrational. Patienten müssen wie folgt aufgeklärt werden:

  • Die Aufklärung muss alle Behandlungsmöglichkeiten umfassen, die es gibt und
  • Welche Erfolgsaussichten und Risiken für jede Behandlungsmöglichkeit existieren
  • Aufklärung des Patienten muss einzelfallbezogen, rechtzeitig und verständlich, realitäts- und praxisnah vom Arzt erfolgen und kann nicht delegiert werden

Wenn der Arzt seinen Patienten nicht über die Notwendigkeit seines Mitwirkens und Mitwissens innerhalb oder nach der Therapie aufklärt, liegt ebenfalls ein Behandlungsfehler vor, für den der Arzt haftet. So kann die fehlende Information über gewissen Nebenwirkungen einer Behandlung oder Medikation, bestimmte Essens- und Trinkvorgaben, Behandlung von operierten Gliedmaßen etc. eine Haftung des Arztes nach sich ziehen.


Organisationsfehler

Ein Organisationsverschulden liegt vor, wenn der Krankenhausträger und die dort herrschenden Bedingungen für einen Behandlungsfehler verantwortlich sind, wie z.B. ein nicht funktionierendes Narkosegerät, eine falsche Lagerung des Patienten bei der OP usw.

Hier herrscht eine Beweislast-Umkehr für den Arzt, er muss im Zweifel beweisen, dass kein Organisationsfehler vorliegt.


 

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Hinweis:
Die vorliegenden Empfehlungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Wir übernehmen keine Verantwortung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der angebotenen Informationen, inbesondere auch nicht für die positiven oder negativen Konsequenzen der Befolgung oder Nichtbefolgung unserer Informationen. Betroffene sollten immer den Gang zum Rechtsanwalt wählen, um sich eine individuellen Einschätzung der eigenen Lage zu machen und über die aktuelle Rechtslage.